Die Wirtschaft des Burgenlandes könnte nicht so erfolgreich sein, wenn dort keine ungarischen Arbeitnehmer tätig wären. Zum Erfolg der Firmengruppe Leier tragen die ungarischen Mitarbeiter der Firma wesentlich bei, hat Michael Leier bei der Eröffnung des Geschäftsleute-Treffens – organisiert im Rahmen der 19. allgemeinen Messe in Győr – betont. Den Gründer und Eigentümer der Firmengruppe Leier, haben wir zu seinem Erfolgsgeheimnis, zur Krise, und zu den Möglichkeiten der ungarischen Wirtschaft befragt.
- Was meinen Sie, was ist das Erfolgsrezept der Leier Firmen?
- Es geht darum, dass wir keine Spekulanten, sondern arbeitsame und fleißige Leute sind. Seitdem ich mein erstes Unternehmen eröffnet habe, arbeite ich viel und habe durch harte Arbeit Geld verdient, und dies erwarte ich auch von meinen Mitarbeitern. Ein anderer Vorteil der Leier-Firmen ist, dass wir eine schmale Struktur haben, keine aufgeblähte Administration. Auch dem ist es zu verdanken, dass unsere Firmen auf alle Arten von Veränderungen immer schnell und flexibel reagieren können. Da wir andauernd die noch hochwertigeren Lösungen suchen, versuchen auch unsere Firmen, sich permanent weiterzuentwickeln. Vor genau zwei Jahren haben wir bei den Leier-Firmen mit Umorganisierungen begonnen. Dadurch und durch Kosten-Effizienz sowie schnelles Reagieren unserer Werke ist die Firmengruppe „krisenbeständig“.
- Können Sie, als Ungarns Honorarkonsul für das Burgenland, die ungarische Wirtschaft, das Fortkommen der ungarischen Firmen in Österreich unterstützen?
- Das ist meine Aufgabe, und das mache ich auch andauernd. Wir helfen den korrekten und zuverlässigen ungarischen Firmen sowohl in Horitschon als auch in Győr, damit sie entsprechende Geschäftsverbindungen in Österreich finden. Ich möchte erreichen, dass die österreichischen Produkte nach Ungarn, und die ungarischen Produkte nach Österreich immer leichter, und in immer größerer Zahl gelangen können. Seit Jahren arbeite ich stark an der Verbesserung der Wirtschaftsverbindungen zwischen den ungarischen Regionen und dem Burgenland, und hoffe dass auch die österreichischen Gewerkschaften verstehen werden, dass Österreich und Ungarn eine Einheit bilden und dass sie keine unnötigen Hindernisse in den Weg legen werden, was Arbeitsgenehmigungen ungarischer Arbeitnehmer in Österreich betrifft. Die Lohnunterschiede verursachen heute bereits keine so große Spannung mehr wie früher, und ich bin überzeugt, dass die österreichischen und ungarischen Löhne in 3-4 Jahren nicht so stark unterschiedlich sein werden. Alle sollten sich lieber auf ihre eigene Arbeit konzentrieren, und die ungarische Wirtschaft sollte ihren eigenen guten Ruf, ihr individuelles Gesicht schaffen, weil ich der Meinung bin, dass die ungarischen Produkte keineswegs schlechter als die österreichischen sind. Den Unternehmern würde ich vorschlagen, vom verdienten Geld mehr in Umlauf zu setzen, um so ihr Unternehmen zu entwickeln.
Leier Hungária Kft. war schon lange nicht mehr mit eigenem Stand an der Messe in Győr. Was ist der Grund für die Anwesenheit heute?
- Leier war als Baumaterial-Hersteller durch seine Händler und Partner auch bislang immer an der Messe in Győr anwesend. Dieses Jahr haben wir auch einen eigenen Informationstand, was vor allem die Stärkung des Markennamens Leier bezweckt. In Zukunft möchten wir durch unsere Werbungen, Anwesenheit bei Messen und unsere Kommunikation diesen Markennamen stärken. Diejenige, die unsere Produkte kaufen und verwenden, wissen bereits, dass die Marke Leier für Qualität steht, doch trotzdem halten wir es für wichtig, die Marke zu stärken.
- Welchen Rat geben sie den Unternehmen in der Region? Haben sie eine bewährte Methode, wie man die Wirtschaftskrise überleben könnte?
- Es ist vor allem wichtig, die Geldmärkte weltweit zu regeln, leider gibt es immer noch viel Spekulation. Die Krise ist im Übrigen genau wie der Wind, der die schwachen Bäume ausreißt, mit den starken, gesunden Bäumen aber nicht fertig werden kann. Ich erwarte von der Krise, dass die schwachen, unsicheren Unternehmen verschwinden werden, die korrekten, starken Firmen bleiben aber stehen, um gestärkt aus der Krise herauskommen. Allgemeingültigen Rat kann ich nicht geben, weil alle in anderen Wirtschaftsgebieten tätig sind. Ich halte es aber für sehr wichtig, dass die Unternehmen nicht vor allem für das Geld, sondern für den Erfolg arbeiten, und ihre Arbeit Tag für Tag so verrichten, dass sie sich jeden Morgen stolz im Spiegel betrachten können. Der Kampfgeist, der Kampfwille und die damit verbundene harte Arbeit und Korrektheit kann der einzige Weg sein, der ein Unternehmen erfolgreich machen kann, und der auch in der Wirtschaftskrise helfen kann, zu überleben. Dies sollte auch von der Politik unterstützt werden, vor allem durch Abbau der überflüssigen Bürokratie – hat Michael Leier bemerkt.